[BÜREN]

Gemeinsam gegen die Fortführung der inhumanen Haft in Büren vorgehen!

„Abschiebehaft abschaffen- Büren inhaftiert wieder“ – unter diesem Motto fndet am 30.05.2015 eine bundesweite Demonstration gegen den wiedereröffneten Abschiebeknast Stöckerbusch in Büren statt.

Die Demonstration startet um 12:00 Uhr am Schulzentrum Büren.
( Klefnerstraße 8 )

Alle wichtigen Informationen zur Demo könnt ihr hier nachlesen:
http://buerendemo.blogsport.de/2015/05/06/demo-am-30-mai-2015-um-1200/
http://buerendemo.blogsport.de/faq/

Verantwortung übernehmen- Denke ändern- Selektionsapparate angreifen!

[Wien]

Für ein Ende der Gewalt!

Am 30. Jänner 2015 findet zum dritten Mal der Wiener Akademikerball in den repräsentativen Räumlichkeiten der Wiener Hofburg statt. Ort und Veranstalterin des Balls, die Wiener Landesgruppe der FPÖ, geben Auskunft darüber, wie gesellschaftsfähig Burschenschafter und ihre ideologischen Versatzstücke wie Antisemitismus, Sexismus, Männerbündelei, Homophobie und Rassismus in Österreich sind.

Wir sind als autonomes, antifaschistisches Bündnis angetreten, um den Akademiker- bzw. WKR-Ball unmöglich zu machen. Dies ist uns in zweierlei Weise gelungen: Erstens haben unsere kontinuierlichen Proteste den Ball mit all seinen Hässlichkeiten ins Licht der Medien gezerrt. Teile der österreichischen Gesellschaft kommen nicht mehr umhin, die Unmöglichkeit des Balls anzuerkennen. Zweitens wurde auf den Straßen Wiens durch Blockaden und Militanz direkt etwas gegen den reibungslosen Ablauf des einst für die europäische Rechte so wichtigen Balls unternommen. Dieser hat mit sinkenden Besucher_innenzahlen und einem mehr als nur angekratzten Image so sehr zu kämpfen, dass wir sagen, lasst es uns ein letztes Mal tun, lasst uns dem Akademikerball den Todesstoß versetzen!

Wir sehen in Antifaschismus keinen Selbstzweck, sondern die Notwendigkeit die bürgerliche, kapitalistische Gesellschaft vor ihren eigenen Kreaturen zu schützen. Die Rechte droht, die Zumutungen und Gewalthandlungen des Kapitalismus noch zu steigern, sie steht für die negative Zuspitzung der kapitalistischen Normalität.

Das gute Leben wird also nur ohne sie zu haben sein. Das heißt für uns, dass wir sie weiterhin dort angreifen wollen, wo es ihnen weh tut. Wenn es in Zukunft Orte und Gelegenheiten geben wird, die hierfür besser als der Ball geeignet sind, so werden wir diese nutzen um unsere Feindschaft auf die Straße zu tragen.

Unser Erfolg wurde von staatlicher Seite mit Repression beantwortet, hierfür wurde der Bogen der Rechtsstaatlichkeit weit überspannt, um uns als Antifaschist_innen einzuschüchtern. Die Entscheidung wann es mit dem Protest reicht, lassen wir uns jedoch nicht nehmen – denn den Akademiker-Ball, wofür er steht und was an diesem Abend in der Hofburg gefeiert wird, hinzunehmen, würde bedeuten hinzunehmen, dass sich die jetzt schon unerträglichen Verhältnisse weiter verschlechtern könnten.

Vonseiten der Medien, bis hinein ins liberale Spektrum und vonseiten der Politik, bis hin zur Grünen Partei, wurde unser Erfolg mit Delegitimierungsversuchen beantwortet.

Im Distanzierungswettlauf war sich kaum jemand zu dumm, Sachbeschädigungen durch Linke auf die selbe Stufe mit der Gewalthistorie der deutschnationalen Burschenschaften zu stellen. Von ihrer aktiven Beteiligung am NS abgesehen, haben Burschenschafter auch nach 1945 mit dem Morden nicht aufgehört. Auf ihr Konto geht etwa der Totschlag des KZ-Überlebenden und kommunistischen Widerstandskämpfer Ernst Kirchweger durch Günther Kümel 1964; Kümel war Mitglied im extrem rechten Ring Freiheitlicher Studenten und schlagender Burschenschafter.

Nach den Protesten im Jänner 2014 entbrannte in Medien und Politik eine hitzige Gewaltdebatte. Wir hätten uns eine Debatte über Polizeigewalt gegen linke Demonstrationen oder bei Abschiebungen, über sexualisierte Gewalt und Arbeitszwang schon früher gewünscht, werden wir doch täglich Zeug_innen dieser Gewalt oder erfahren sie an unseren eigenen Leibern. Allein, davon handelte die Debatte nicht, es ging um die angesprochenen Sachbeschädigungen in der Wiener Innenstadt.

Diese Debatte um den Gewaltdiskurs lässt tief in die Verfasstheit des österreichischen Staats und seiner Gesellschaft blicken. Der ehemalige Burschenschafter und derzeitige Wiener Polizeichef Pürstl benennt als zentralen Punkt für die kommenden Proteste „Unbeteiligte, wie jene, deren Eigentum beschädigt wurde, besser zu schützen“. Die absurde Behauptung, man könnte Dingen Gewalt antun zeigt, wie weit die Verdinglichungsleistung der Subjekte im Kapitalismus, denen der Schutz von Eigentum mindestens so wichtig erscheint, wie die Unversehrtheit von Menschen, fortgeschritten ist.

Der Gewaltbegriff, der durchwegs verwendet wird, ist undifferenziert, verlogen und falsch. Der bürgerlichen Gesellschaft erscheint Gewalt nur mehr als solche, wenn sie als das Andere, als etwas ihr Fremdes identifiziert wird. Hier zeigt sich auch eine Faszination für das Spektakel, als welches der als Ausnahmezustand wahrgenommene Kontrast zum Alltag fungiert. Dass die Mehrheit aller Menschen vom konsumierbaren Luxus der Wiener Innenstadt ausgeschlossen wird, erscheint normal, während das Kaputtmachen von Fensterscheiben am selben Ort als spektakulär und verurteilenswert empfunden wird.

Die historische Genese des Kapitalismus und des Staates gehören zur blutigsten Epoche der Weltgeschichte. Patriarchale Gewaltverhältnisse waren für die Herausbildung kapitalistischer Herrschaft konstitutiv, diese tradieren und transformieren sich bis in die Gegenwart. Die Begriffe Ursprüngliche Akkumulation und Kolonialismus fassen mit Mühe das Leiden, die Ausbeutung und den gewaltsamen Tod von Millionen von Menschen, welche mit äußerster Brutalität in Lohnverhältnisse oder Sklaverei gezwungen wurden. Diese direkte Gewalttätigkeit lässt sich heute an den Peripherien des kapitalistischen Markts beobachten und dringt immer stärker auch in die Zentren und Metropolen.

Hier herrscht der stumme Zwang verwertbar und produktiv zu sein; wer nichts zu einem Wirtschaftssystem, dessen Sinn und Zweck es ist, aus Wert Mehrwert zu schaffen, beitragen kann oder will, gehört zu den Überflüssigen und wird dementsprechend behandelt. Die Gewaltfreiheit der bürgerlichen Gesellschaft ist nichts, als die Übertragung der Gewalt an ein staatliches Monopol, eine Grundvoraussetzung für den freien und ungestörten Warentausch. Diese Gewaltfreiheit ist also nichts, als die permanente Androhung von Gewalt gegen all jene, die ihre Bedürfnisse über die der kapitalistischen Produktionsweise stellen. Die Wenigsten versuchen diesen Schritt aus der privilegierten Position der Überzeugung, sondern vielmehr aus purer Not. Die Toten an den militarisierten europäischen Außengrenzen sind hierfür traurige Beispiele.

Der Kapitalismus ist nicht dazu eingerichtet unsere Bedürfnisse zu befriedigen, sondern Profit zu schaffen. So kommt es zur absurden Situation, dass inmitten des Reichtums Menschen mit Gewalt von diesem getrennt werden. Hierfür wird physische Gewalt von der Gesellschaft delegiert und in den Delegierten verleugnet. So erscheinen die hochgerüsteten Polizeieinheiten nicht gewalttätig, sondern als Bewahrer der Gewaltfreiheit der bürgerlichen Gesellschaft.

Produktivkraftsteigerungen, verbunden mit der aktuellen Verwertungskrise des Kapitals, machen mehr und mehr Menschen in der kapitalistischen Produktion überflüssig. Diese fliehen nicht selten in reaktionäre Ideologien wie Nationalismus, Antisemitismus oder Islamismus, um zumindest einen prekären Subjektstatus zu behalten, sind sie doch eigentlich wertlos geworden. Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnisse wie Rassismus und Sexismus ermöglichen es, sich zumindest nicht am untersten Ende der Hackordnung wieder zu finden. Diese Ideologien kollektiver Identität legitimieren den Zugang zu oder Ausschluss von gesellschaftlichen Ressourcen, führen zu Ressentiments und gewaltvollen Übergriffen.

Wenn wir von Gewalt sprechen, dann meinen wir diese gewalttätigen Verhältnisse, und wenn wir ein Ende der Gewalt fordern, fordern wir ein Ende dieser Verhältnisse.

Wenn wir für die Aufhebung der gewaltvoll verfassten bürgerlichen Gesellschaft demonstrieren und eintreten, so machen wir dies stets im Wissen, dass diese Aufhebung auch im Negativen passieren kann, wie aktuell etwa der IS und historisch der Nationalsozialismus zeigen und gezeigt haben.

Die Teile der Gesellschaft, die die jetzigen Verhältnisse noch verschlimmern wollen, rufen in uns Hass hervor. Wir wollen sie nicht tolerieren, da eben an dieser Stelle Toleranz in ihr repressives Moment umschlägt. Diejenigen zu tolerieren, die es verunmöglichen wollen, dass wir alle ohne Angst verschieden sein könnten, würde bedeuten, sich ein für alle mal von der Hoffnung auf etwas Besseres als die gewaltförmige kapitalistische Normalität zu verabschieden.

Auch wenn der Kampf gegen Rechte und ihre Ideologien in erster Linie ein antikapitalistischer sein muss, ist es sinnvoll und wichtig, sie konkret in ihren Handlungsmöglichkeiten einzuschränken. Hierbei von Militanz Abstand zu nehmen, erscheint in Anbetracht der beständig herrschenden und anwesenden Gewalt absurd. Militanz ist jedoch kein Selbstzweck, sondern muss je nach Situation beurteilt werden und ist nur so gut, wie die Gesellschaftskritik, die sie motiviert. Durch zivilen Ungehorsam, Militanz und eine Linke, die sich ihr Handeln nicht von Gesetzbüchern diktieren lässt, kann die gewalttätige Normalität herausgefordert und ihr gelegentlich ein Stück Emanzipation abgerungen werden, wie etwa die Stonewall- und Haymarket-Riots zeigen. Nur, wenn wir dem Bestehenden gegenüber unversöhnlich bleiben und hierfür alle Mittel ergreifen, die uns sinnvoll erscheinen, bleibt emanzipatorische Veränderung denkbar.

Den Akademikerball unmöglich machen! Für ein Ende der Gewalt!

[Köln]


Grenzen überwinden! PKK-Verbot aufheben!

Bei der regelmäßig stattfindenden Konferenz der Innenminister*innen der Länder und des Bundesinnenministeriums (IMK) werden die politischen Schwerpunkte der deutschen Innenpolitik festgeschrieben. Häufig lässt sich an den Beschlüssen der IMK ablesen in welche Richtung sich die Innen- und Rechtspolitik des deutschen Staates entwickeln wird. In Köln wird neben Themen wie „organisierte Einbruchskriminalität“, „Hooligan- und Ultragewalt“ vor allem die deutsche Asylpolitik auf der Tagesordnung stehen.

Abschottung nach außen…

Der brutale und zynische Umgang europäischer Staaten mit den Opfern globaler Armut, sog. „humanitärer“ Interventionen oder von Bürgerkriegen besonders an den Außengrenzen der EU wird uns täglich vor Augen geführt. Mit der Grenzschutzorganisation „Frontex“ werden Flüchtende gezielt an den Grenzen abgewehrt und häufig durch gezielte „Pushback“-Verfahren an der Einreise gehindert und ihrem Schicksal auf offenem Meer überlassen. Die Grenzen der Festung werden mit Flugzeugen und Drohnen überwacht, sie sind mit Mauern und Stacheldrahtzäunen befestigt. Die deutsche Außen- und Asylpolitik ist dabei ein entscheidender Faktor um ausgrenzende und verelendende Praxen weltweit durchzusetzen. Abschottung, Vertreibung und Abschiebung sind die Mittel deutscher Innenpolitik. Mit nationalistischer und rassistischer Propaganda wird gegen Schutzsuchende, Geflüchtete und illegalisierte Menschen auch innerhalb der Staatsgrenzen Stimmung gemacht und diese der Verfolgung durch Staatsorgane ausgeliefert. Besonders drastisch reagieren die Verfolgungsbehörden auf selbstorganisierten Protest von Betroffenen, bei Demonstrationen gegen Abschiebungen, gegen Residenzpflicht und die unwürdigen Lebensverhältnisse in sog. Asylbewerberheimen. Der symbolträchtige Widerstand von Geflüchteten in Hamburg und zuletzt in Berlin (Oranienplatz, Ohlauer Straße) ist den Behörden eine besonderer Dorn im Auge.

Wenn auf der anstehenden IMK das Thema „organisierte Kriminalität“ aufgerufen wird, geht es den Politiker*innen vor allem um die die Diskriminierung der Armutsmigration von Menschen ostmitteleuropäischer Herkunft. Roma, die aus ihren Heimatländern vor sozialer Verelendung, vor allem aber wegen antiziganistischer Verfolgung geflohen sind, stehen dabei im besonderen Focus der deutschen Innenminister*innen und ihrer Verfolgungsbehörden. Für Betroffene von institutionellem Rassismus bedeutet diese Form von Sicherheitspolitik mehr „Racial Profiling“, mehr Schikanen durch die Polizei und mehr Druck durch die Behörden. In Köln drückt sich die Verschärfung durch die Ausweitung von „Gefahrengebieten“ aus. In diesen Gebieten dürfen u.a. verdachtsunabhängige Personenkontrollen durchgeführt werden.

…und Repression nach innen

Die meisten geflüchteten Menschen, die momentan vor Verfolgung Schutz suchen, fliehen aus den Regionen Irak und Syrien. Doch während viele Menschen aus den beiden kriegsgebeutelten Ländern die einzige Perspektive für sich und ihre Familien in der Flucht aus ihrer Heimat sehen, gibt es im Norden Syriens, genauer in Rojava, auch einen Hoffnungsschimmer. Dort hat sich nämlich die kurdische Bevölkerung von den Fesseln des autoritären Baath-Regimes befreit und damit begonnen ein alternatives Gesellschaftsmodell, den demokratischen Konföderalismus zu etablieren.
Bei diesem Modell handelt es sich um ein fortschrittliches, basisdemokratisches Modell, das die Rechte von Frauen und religiösen Minderheiten stärkt. Der demokratische Konföderalismus – eine kommunale und regionale Selbstverwaltung durch Rätedemokratie, Frauenräte und eigene demokratisch organisierte Sicherheitskräfte – sieht eine demokratische Verwaltung der Wirtschaft vor, die eine Alternative zur postkolonialen Ökonomie der Ausbeutung darstellt. Sowohl als fortschrittliche Kraft, wie auch als Angehörige von religiösen und ethnischen Minderheiten stehen die Menschen in der Region Rojava allerdings unter der ständigen Bedrohung durch die reaktionären Jihadist*innen des sog. Islamischen Staats (IS).

Während die türkische Regierung, von der Bundesregierung weitgehend unkritisiert, eine faktische Kooperation mit den reaktionären Menschenschinder*innen der IS praktiziert, sind Gruppen wie die PKK, die das fortschrittliche gesellschaftliche Modell in Rojava verteidigen und eine basisdemokratische Repräsentation für die Kurd*innen fordern, seit Jahren in Deutschland verboten. Das Betätigungsverbot gegen die PKK ist nicht nur aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten falsch, es hat seit seinem Erlass im November 1993 auch in unzähligen Fällen die grundlegenden Rechte kurdischer Aktivist*innen in Deutschland beschnitten und zu einer Kriminalisierung der gesamten kurdischen Community in Deutschland geführt. Auch verhindert die Brandmarkung der PKK als terroristische Organisation, dass sie oder einzelne ihrer Mitglieder eine offizielle Rolle als Vermittler*innen im Friedensprozess spielen und etwa entsprechende Verhandlungen zwischen der türkischen Regierung und der PKK innerhalb der EU geführt werden können.

Wir werden am 6. Dezember zeigen, dass wir:

auf der Seite der Opfer imperialer Weltmachtambitionen des deutschen Staates stehen
die Abschottung der „Festung Europa“ für eine menschenverachtende Praxis halten
den Kampf für eine menschenwürdige Versorgung von Geflüchteten und ihren Kampf gegen Abschiebungen unterstützen
die rassistische Politik durch „Racial Profiling“ und Sonderverordnungen wie die Etablierung von „Gefahrengebieten“ ablehnen und verurteilen
die Verfolgung der linken türkischen und kurdischen Organisationen durch den deutschen Staat für falsch halten und uns insbesondere für eine sofortige Aufhebung des Verbots der PKK einsetzen

Bundesweite Demonstration gegen Repression und Abschottung
Sa. 6.12. 13 Uhr
Friesenplatz/ Ring Köln

[Paderborn]

Kommt alle am Samstag den 01.November um 14 Uhr zum Paderborner Hauptbahnhof und zeigt euch solidarisch mit den mutigen KämpferInnen gegen den IS !
Hier der Aufruf der Kurdischen Studentenvereinigung Paderborns.

Wir, die „Kurdische Studierendenvereinigung in Paderborn (KurdS-Pb)“ rufen am 01.11.2014, dem Feiertag „Allerheiligen“, zu einer Demonstration gegen den Terror des „Islamischen Staates“ (IS auch ISIS) auf. An diesem Tag der Trauer werden wir nicht vergessen, aller Menschen zu gedenken, die dem IS zum Opfer gefallen sind. Treffpunkt der Demonstration ist der Paderborner Hauptbahnhof um 14:00 Uhr. Anschließend soll eine Mahnwache vor dem Paderborner Rathaus abgehalten werden.

Wir appellieren an die Menschlichkeit und rufen Jeden zur aktiven Beteiligung auf. Die IS-Ideologie und der IS-Terrorismus sind eine Gefahr für die gesamte Menschheit und betreffen folglich jeden von uns! Lasst uns gemeinsam unsere Stimme gegen den Terror erheben, denn zusammen sind wir stark!

Datum: 01.11.2014
Ort: Paderborn Hauptbahnhof
Zeit: 14.00 Uhr

https://www.facebook.com/events/560914377375878/?ref=ts&fref=ts

[Hannover]

Gegen die Ein­heits­fei­er 2014 in Han­no­ver

Am drit­ten Ok­to­ber die­sen Jah­res ist Han­no­ver Gast­ge­ber des Spek­ta­kels rund um die Ein­heits­fei­er­lich­kei­ten. Ge­fei­ert wird an die­sem Datum ganz un­spek­ta­ku­lär der Stich­tag der for­mel­len Über­nah­me der DDR durch die BRD. In Han­no­ver wird sich der Deut­sche Staat an­läss­lich die­ses Tages in Szene set­zen und seine Po­li­tik wür­di­gen las­sen, ohne die na­tio­na­lis­tisch auf­ge­la­de feucht- fröh­li­che Stim­mung der Fuß­ball­fan­mei­len. So oder so – kein Grund zum Fei­ern. Denn diese Ord­nung, die mit der Po­li­tik des deut­schen Staa­tes ge­si­chert wird, be­deu­tet immer auch: Armut, Aus­gren­zung und Leis­tungs­zwang.

Armut
Alles, was diese Ge­sell­schaft bie­tet und pro­du­ziert, ist für uns nur gegen Geld zu haben. Dafür, dass das so bleibt sorgt der deut­sche Staat. Das Ei­gen­tum an Häu­sern, Fa­bri­ken und Roh­stof­fen bleibt ex­klu­siv we­ni­gen vor­be­hal­ten und wird nach öko­no­mi­schem In­ter­es­se ver­wal­tet. Um mög­lichst gute Be­din­gun­gen für die ei­ge­ne na­tio­na­le Öko­no­mie zu schaf­fen ver­sucht Deutsch­land als Ver­wal­ter neben einer guten In­fra­struk­tur auch für bil­li­ge Ar­beits­kräf­te zu sor­gen. Dies si­chert der Staat durch nied­ri­ge So­zi­al­leis­tun­gen, ge­rin­gen Kün­di­gungs­schutz und Schi­ka­nen auf dem Amt. Er sorgt auch durch seine Po­li­zei und Jus­tiz dafür, dass wir uns nicht ein­fach neh­men kön­nen, was wir zum Leben brau­chen. Und so müs­sen wir uns auch noch zum schlech­tes­ten Lohn ver­kau­fen um uns das Leben leis­ten zu kön­nen.

Aus­gren­zung
Für die Men­schen, die in ihren Hei­mat­län­dern nicht ein­mal das kön­nen und des­halb ver­su­chen hier her aus­zu­wan­dern, endet die Flucht oft be­reits an den eu­ro­päi­schen Au­ßen­gren­zen. Ob­wohl immer wie­der Flüch­ten­de bei dem Ver­such die her­me­tisch ab­ge­dich­te­te Fes­tung Eu­ro­pa zu er­rei­chen, ster­ben, stim­men die über­zeug­ten Na­tio­na­lis­ten*innen die­ser bru­ta­len Po­li­tik noch zu. Für sie sind Flüch­ten­de nichts an­de­res als po­ten­ti­el­le Kos­ten­fak­to­ren für “ihre” Na­ti­on, denn ‘die’ ge­hö­ren qua Natur nicht zum ei­ge­nen na­tio­na­len Kol­lek­tiv. Kon­se­quen­ter­wei­se sol­len daher auch die Men­schen, die es hier her ge­schafft haben und nicht ab­ge­scho­ben wer­den kön­nen oder sol­len, stets ihre Leis­tungs­be­reit­schaft unter Be­weis stel­len und sich ge­fäl­ligst in­te­grie­ren. Aus­län­der blei­ben sie trotz­dem und vor ras­sis­ti­schen Über­grif­fen schützt sie auch der deut­sche Pass nicht.

Leis­tungs­zwang
Das all­täg­li­che Hauen und Ste­chen in die­ser Ge­sell­schaft sorgt nicht ge­ra­de für eine so­li­da­ri­sche Grund­stim­mung unter den Men­schen. Ob­wohl wir schon nicht sel­ber dar­über ent­schei­den kön­nen wie und was pro­du­ziert wird, müs­sen wir uns jetzt auch noch um mehr oder we­ni­ger schlecht be­zahl­ten Ar­beits­plät­ze strei­ten. Immer in Ab­hän­gig­keit des Ge­winn­in­ter­es­ses eines Ar­beit­ge­bers op­fern viele ihre Frei­zeit und Krea­ti­vi­tät in un­be­zahl­ten Prak­ti­ka und Lei­h­ar­beits­jobs, schlep­pen sich krank zur Ar­beits­stel­le, oder gehen noch unter Hartz IV Ni­veau ar­bei­ten, in der Hoff­nung auf eine halb­wegs ge­si­cher­te Exis­tenz.

Damit diese Zu­stän­de er­trag­bar wer­den, wird sich eine so­li­da­ri­sche Ge­mein­schaft im na­tio­na­len Kol­lek­tiv ein­fach her­bei ima­gi­niert. So kann man sich noch unter den be­schis­sens­ten Um­stän­den mit Stolz für Staat und Ka­pi­tal krum­bu­ckeln.

Wäh­rend am drit­ten Ok­to­ber auch die Leute da sein wer­den, die sich mit dem Vor­an­kom­men der Na­ti­on und allem was dazu aus ihrer Sicht not­wen­dig ist iden­ti­fi­zie­ren, wer­den auch wir da sein. Denn die Feier der Na­ti­on ist ein An­griff auf das schö­ne Leben und ein Hohn ge­gen­über der Ge­sell­schaft, wie wir sie uns vor­stel­len: Wir wol­len eine Ge­sell­schaft die die Pro­duk­ti­on, das Woh­nen, die Bil­dung nicht nach ka­pi­ta­lis­ti­schen In­ter­es­sen, son­dern nach den Be­dürf­nis­sen der Men­schen or­ga­ni­siert. Für eine Zu­kunft ohne Na­tio­na­lis­mus und Na­ti­on gehen wir am 3. Ok­to­ber auf die Stra­ße.

Denn was ihr fei­ert ist: Armut, Aus­gren­zung, Leis­tungs­zwang!

02. Oktober Kundgebung mit Konzert

03. Oktober antinationale Demonstration

04. Oktober Kongress zur Kritik der Nation

Mobilisierungsmaterial kann hier geordert werden: http://oct3.net



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